Neujahrskonzert 2012



Jazz meets the Symphony

Samstag, 28. Januar 2012
Konzerthaus Freiburg

Konzertbeginnn: 20 Uhr
Einlass: 19 Uhr

Tickets an der Abendkasse

 

Konzertprogramm

Candide Ouverture (Leonard Bernstein)
Escapades Saxophone Concerto (John Williams)
Putnam's Camp (Charles Ives)
Concerto in F (George Gershwin)

- Konzertpause -

A Jazz Symphony (George Antheil)
Highlights aus "Porgy and Bess" - An American folk Opera
mit Yvonne Frazier (Sopran) und Derrick Lawrence (Bariton)

Chor & Orchester des ORSOphilharmonic
Leitung: Wolfgang Roese

 

Änderungen vorbehalten

Mit freundlicher Unterstützung



Highlights aus "Porgy und Bess"

Das ORSOphilharmonic widmet sich in der 1. Konzerthälfte den aufregenden und kurzweiligen Werken von Leonard Bernstein, George Antheil ("The Bad Boy of Music") sowie Ives, Copland und John Williams. Die zweite Hälfte gehört den zwei Opernstars Yvonne Frazier und Derrick Lawrence, die mit als die besten Interpreten für "Porgy und Bess" überhaupt gelten. ORSOphilharmonic und Chor werden die berühmtesten und schönsten Ausschnitte dieser großen Oper George Gershwins präsentieren.




Hörbeispiele Yvonne Frazier & Derrick Lawrence:

Summertime
Bess, you is my woman now
Oh Lord, I'm on my way

Hintergrund

Wer hat “Crossover” eigentlich erfunden? Wenn ORSO von “Crossover” spricht, ist meist die Verbindung von „klassischer“ symphonischer Musik mit „moderner“ Unterhaltungsmusik aus den Bereichen Rock und Pop gemeint, wohlgemerkt: bei ORSO nur in die eine Richtung, also: Metallica mit Geigen und Harfen – und nicht etwa: Beethoven mit E-Gitarre, Gott bewahre…! Doch wenn man in die Musikgeschichte schaut, muss man feststellen, dass schon der große Johann Sebastian Bach persönlich nicht die geringsten Probleme damit hatte, in seinen Kirchenkantaten, Passionen und Oratorien die beliebtesten Gassenhauer seiner Zeit unterzubrigen. Und dies alles “s.d.g” – allein zur Ehre Gottes. Gott bewahrte – die Musik Bachs gehört bis heute bar jeden Zweifels zum Großartigsten, was die „klassischen“ Epochen hervorgebracht haben. Und adelt damit die ursprünglichsten Idee des „Crossover“, die auch folgenden Generationen von Komponisten nie fremd war.

Was ist amerikanisch?


Im aufblühenden Amerika des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts stellte sich die Frage nach der Verbindung unterschiedlicher Welten in ganz eigener Weise. Indigene Urbevölkerung, afrikanische Sklaven, europäische Auswanderer unterschiedlichster Herkunft und Generationen, Siedler und neues Bürgertum – ein Schmelztiegel, in dem es an allen Enden brodelte, machte sich auf den Weg, zu einer Nation zu werden. Hier sollte und wollte auch die Kunst ihren Beitrag leisten. Doch was war „amerikanisch“? Hochkultur kam nach wie vor aus Europa, doch sie vertrat nur noch eine immer kleiner werdende Schicht in der Bevölkerung. Gleichzeitig hatten sich aus den missionierten Sklavengemeinden heraus neue Töne, neue Rhythmen ins Land geschlichen, die sich, ohne dass sich jemand Gedanken über „crossover“ machte, mit Ländlerthemen und Schottentänzen, Kirchenchoral und Volkslied mischten. Es entstand eine neue Musik, eine Musik, wie sie zuvor noch nie gehört wurde, weder in Afrika noch in Europa. Wenn es etwas ganz spezifsch Amerikanisches gab, dann war es die Musik der „Schwarzen“, es waren Jazz, Blues und Gospel, die dem Schmelztiegel entsprungen waren und die ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zur neuen, weltumspannenden „Volksmusik“ in Rock und Pop weiter entwickelt wurden.

Diesen Einflüssen konnte sich kein Komponist entziehen, der den Anspruch hatte, „amerikanische“ Musik zu schreiben – das hatte bereits Anton Dvorak erkannt, den man eigens zu diesem Zweck nach New York gelockt hatte. In Europa warf man ihm darauf hin vor, „Negermusik“ geschrieben zu haben, was tatsächlich ausgesprochen übertrieben war. Seine amerikanischen Kollegen der folgenden Jahrzehnte hatten es da immer leichter, Blues-Harmonien und Jazz-Rhythmen fanden ihren Weg in die amerikanische E-Musik und machten Komponisten wie Gershwin, Ives oder Copland weltberühmt. Sie zeigen zugleich das ungeheure musikalische Potenzial, das in diesen volkstümlich entstandenen Musikstilen steckt. In ihrer Musik pulsiert das aufstrebende Amerika, das noch voller Ideale und Visionen ist – und trotz gegenteiliger Realität an „Träume“ glaubt, wie sie Martin Luther King bis heute unvergessen in Worte fasste. Auch er hatte einen großen Traum von „crossover“.

ORSOphilharmonic

ORSO - The Rock Symphony Orchestra
Schwarzwaldstr. 9-11, 79117 Freiburg
0761 - 70 73 200